Evangelischer Kirchentag zum Reformationsgedenken 2017

Stadtkloster Segen, Berlin-Prenzlauer Berg – Foto: Georg Schubert

Zum Reformationsjubiläum war das Ökumenische Stundengebet gleich in zwei Städten präsent:

  • beim Kirchentag auf dem Weg in Erfurt und
  • beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin.

Unter der Kirchentagslosung „Du siehst mich“ (1 Mose 16,13) wurde in Berlin vom 25. bis 28. Mai 2017 der Deutsche Evangelische Kirchentag begangen. Zeitgleich luden sechs Kirchentage auf dem Weg in acht mitteldeutschen Städten zur Mitfeier des Himmelfahrtswochenendes ein.

„Du siehst mich“: das ist das Bekenntnis der jungen Sklavin Hagar, die mit ihrem Sohn Ismael in der Wüste von Gott gerettet wird. „Du siehst mich“: Diese Worte stehen auch für die rein menschliche Seite. Gesehen und wahrgenommen zu werden, spielen eine große Rolle, für das Selbstwertgefühl, für das Entstehen von Beziehung. Insbesondere im säkularen Umfeld Ostdeutschlands hat diese Dimension, die von Glauben und Religionszugehörigkeit unabhängig ist, eine wesentliche Bedeutung.

Auch im Stundengebet spielt das Einander-Sehen eine Rolle. Gerade dann, wenn man sich zum Gottesdienst so gruppiert, dass die Teilnehmenden einander sehen können, wird die personhafte Qualität des Christseins sinnenfällig. Miteinander zu beten, schafft einen Raum, in dem Vertrautheit und Vertrauen wachsen können. Man sieht bekannte Gesichter wieder, nimmt neue wahr – und lernt im gemeinsamen Lobpreis Gottes den, die Andere(n) als Geschwister im Glauben sehen. Und mag im wohlwollenden Blick, der dem meinen begegnet, den zugewandten Blick Gottes ahnen.


Im Berliner Stadtkloster Segen lebt und wirkt seit 2007 die Communität Don Camillo, eine Gemeinschaft, die ihre Wurzeln in der Schweiz hat und klösterliches Leben mit evangelischer Prägung pflegt.

„Du sollst ein Segen sein, heute und jeden Tag!“ Mit diesem Ruf beschließt die Kommunität am Segenskloster ihre Gebetszeiten. Zum Kirchentag hat er auch in die Liturgiehefte für Erfurt Eingang gefunden – ein schönes Zeichen der Verbundenheit, auch über die Entfernung hinweg. 

Adresse: Schönhauser Allee 161, 10435 Berlin (U2 Senefelderplatz)


Augustiner-Klosterkirche Erfurt – Foto: Matthias Schmidt, © Augustinerkloster Erfurt, Carsten Fromm.

Das Erfurter Augustinerkloster zählt zu den bedeutenden Lutherstätten in Mitteldeutschland. Hier trat der junge Martinus Ludher (wie er sich damals noch schrieb) 1505 in den Orden der Augustiner-Eremiten ein. Hier feierte er 1507 seine erste Messe, und aus den kunstvollen Kirchenfenstern wählte er sein persönliches Kennzeichen, die Lutherrose. In seiner Zeit als Mönch in Erfurt (bis 1511) begann er, sich intensiv mit der Frage auseinanderzusetzen, wie er einen gnädigen Gott bekommen könne. Im Augustinerkloster legte Luther wesentliche Grundlagen seiner Theologie.

Seit vielen Jahren wird in der Klosterkirche, die auch als spiritueller Raum einen bleibenden Eindruck hinterlässt, täglich Mittags- und Abendgebet gehalten. So ist sie vor einiger Zeit auch zu einem Zentrum des Ökumenischen Stundengebets geworden.

Zum Kirchentag auf dem Weg fanden hier ein vollständiger Stundengebetszyklus sowie verschiedene Workshops statt.

Adresse: Augustinerstraße 10, 99084 Erfurt (SB 1 · SB 5 Augustinerkloster)