Katholikentag in Mannheim 2012

In Mannheim gestalteten wir das offizielle Stundengebet des „Zentrum Ökumene“. Als Ort fanden wir dafür ein Kleinod moderner Kirchen-Architektur: Die evangelische Trinitatis-Kirche (Quadrat G4) ist ein auf Kriegstrümmern errichteter Bau aus Stahl, Beton und Glas, dessen warmes und gedämpftes Licht eine kleine, bergende und doch weite, aufrichtende Sonderwelt inmitten der umtriebigen Innenstadt öffnet. Die wunderbare Singakustik tut das Ihrige dazu. Vor kurzem wurde die Trinitatis-Kirche von der evangelischen Kirche aus der gottesdienstlichen Nutzung genommen und kann nur mehr für Kulturveranstaltungen gemietet werden. Auch während des Katholikentages fand an den Abenden, zwischen Abendlob und Komplet, eine Varieté-Veranstaltung statt, die ihre Spuren auch in der Raumausstattung hinterließ und dadurch die Problematik der Aufgabe von Kirchengebäuden in unsere Gottesdienste trug. Angesichts dessen konnten wir mit einer Gebetsform, die ohne professionelles Personal gefeiert werden kann, auch Wege in die Zukunft weisen: Als „Basis-Liturgie des Volkes Gottes“ könnte das Stundengebet solche Räume mit jener Art Leben füllen, die hineingehört.

Wir feierten einen Stundengebetszyklus mit vier Gottesdienstzeiten: Das Morgenlob um 8 Uhr folgte der lutherischen Ordnung. Das Mittagsgebet um 13 Uhr wurde von der KHG und Liturgieschule Mannheim getragen und stellte aus gegebenem Anlass Lieder von Huub Oosterhuis in den Mittelpunkt. Um 18 Uhr gab es am Donnerstag und am Freitag ein „Rothenfelser Abendlob“ mit katholischem Rahmen und Liedern aus verschiedenen Traditionen und am Samstag einen evangelischen Wochenschluss mit Sonntagsbegrüßung nach einer Handreichung der VELKD. Die Komplet um 22:30 Uhr wurde von Schülerinnen und Schülern mit Gospeln und Liedern aus Taizé gestaltet.