Dorfkirche Reinborn im Winter – Foto: JBU

ÖKUMENISCHES STUNDENGEBET REGIONAL:
Abendlob in der Dorfkirche Reinborn/Taunus

Schon zum zweiten Mal traf sich am 10. Februar 2017 die Regionalgruppe Rhein/Main des Ökumenischen Stundengebets e. V. in der barocken Kirche im Taunusdorf Reinborn. Seit dem Abend im März 2016 ist dort, getragen von Einwohnern des Ortes und Mitgliedern der Kirchengemeinde Steinfischbach, ein regelmäßiges Abendlob entstanden. Einmal im Monat kommt man zusammen, um miteinander zu beten und zu singen; danach bleibt, wer will, noch zu einem Tee und Gebäck.

Für uns aus der Region diesmal besonders berührend: Nach dem Schlusslied zuerst die gesammelte Stille, dann stimmte jemand ein Lied an, und alle stimmten ein, dann eine andere, schließlich ein Dritter. So konnte jede(r) noch selbst ein Lied einbringen, das ihr, ihm wichtig war und die anderen nahmen den Faden auf. Eine Praxis, initiiert durch eine Gruppe junger Frauen. Ganz wie auf Burg Rothenfels, wo jüngere Menschen selbstverständlich mittendrin sind. 






St. Josef, Frankfurt-Eschersheim – Foto: Daviidos

ÖKUMENISCHES STUNDENGEBET REGIONAL:
Adventsvesper in Frankfurt am Main

Gemeinsam aufbrechen in den Advent, in ein neues Kirchenjahr, in die Zukunft – dazu hatte die Regionalgruppe am ersten Advent abends nach St. Josef in Frankfurt-Eschersheim eingeladen. Um das große Brunnenkreuz im Chorraum geschart, haben wir uns 27. November 2016 eingestimmt auf die "Stille Zeit" und zugleich auch schon einen Rückblick gewagt auf das erste Jahr unseres Engagements im Frankfurter Raum. Erste Früchte hat es getragen – unser Kreis ist gewachsen, und auch aus der Gemeinde
kam positive Resonanz. 






Lichtwolke in St. Bernhard – Foto: Jürgen Heegmann

ÖKUMENISCHES STUNDENGEBET REGIONAL:
Vesper in St. Bernhard, Frankfurt am Main

 

Du sollst dich nicht immer und nie ganz
der äußeren Tätigkeit widmen,
sondern ein Quäntchen deiner Zeit
und deines Herzens
für die Selbstbesinnung zurückhalten.

Bernhard von Clairvaux (um 1090–1153)

 

Unsere Zeit für die Ewigkeit öffnen, sich frei nehmen für Gott, für sich selbst und für andere – das tun Christen, wenn sie miteinander Stundengebet feiern. Vom Ursprung der Kirche an.  Stundengebet ist die Basis-Liturgie des Volkes Gottes – und damit eine Chance, die Einheit der Kirche schon heute zu leben und sie gemeinsam zu erbitten und zu fördern.

Am Samstag, dem 15. Oktober 2016, hatte die Regionalgruppe Rhein/Main nach St. Bernhard im Frankfurter Nordend zu einer ökumenischen Vesper eingeladen. Über 20 Frauen und Männer aus der Gemeinde und darüber hinaus kamen um 19 Uhr in die Kirche nahe beim Friedberger Platz und feierten miteinander einen Stundengebetsgottesdienst, der das Thema Mystik in den Mittelpunkt stellte. Die Lesung aus dem Hohenlied (3,1-5) trat mit kurzen Texten Bernhards von Clairvaux, des Kirchenpatrons, und Theresias von Ávila, deren Gedenktag der 15. Oktober ist, in Beziehung und bereitete so die Begrüßung des Bräutigams Jesus Christus zu Beginn des Sonntags vor.

Vorbereitend war in der Limburger Kirchenzeitung ein Kurzinterview mit Johannes Uphus erschienen (Der Sonntag vom 16.10.2016). 






Psalmodie in der Burgkapelle – Foto: Andreas Fuhrmann

TAGE GELEBTER LITURGIE 2016:
Einfach beten

Einfachheit und leichte Zugänglichkeit von gottesdienstlichen Formen werden immer wieder und in allen kirchlichen Zusammenhängen gefordert. Auch dort, wo engagierte Laien Verantwortung für Andachten, Gebete und Gottesdienste übernehmen, sind elementare Formen gefragt, die leicht und ohne großen Aufwand zu realisieren sind.

Aber was verbirgt sich hinter dem Wunsch nach Einfachheit? Einfachheit ist das, was schwer zu machen ist. Einfachheit ist auch nicht einfach gegeben, sondern abhängig davon, wer sie empfindet. Groß ist das Bedürfnis nach Gottesdiensten und Gebetsformen, die einladend sind – auch für Menschen, die keine religiöse Bildung mitbringen. Wie aber kann Einfachheit geschehen, ohne dass Glaubensinhalte verkürzt oder auch in ihrem Anspruch und in ihrer Fremde verharmlost werden?

Auf der Tagung haben wir Entwürfe gesammelt und erkundet, kritisch befragt, das Wesen der Einfachheit und seiner Grenzen im Gottesdienst untersucht und neue Formen erprobt.

Eine Wanderung führte uns dieses Mal zum nahe gelegenen Kloster Neustadt, in dem wir liturgisch den Abschluss der Woche feierten und den Sonntag begrüßten.






Fenster aus dem Vaterunser-Zyklus in St. Johannes Enthauptung, Johannesberg. Foto: JBU

ÖKUMENISCHES STUNDENGEBET REGIONAL:
Pilgern im westlichen Spessart

Beeindruckende Kirchen, Wege, die der Seele gut tun – das verbindet man besonders mit den großen Pilgerwegen wie dem Camino de Santiago. Doch auch die nähere Umgebung hat oft spirituelle Kostbarkeiten zu bieten. Mit der Landschaft verbinden sie sich zu Räumen, die dabei helfen, zur Ruhe zu kommen und zu sich selbst zu finden. 

Auf Einladung des Ökumenischen Stundengebets Rhein/Main pilgerten wir am Samstag, dem 11. Juni 2016, im westlichen Spessart – von Johannesberg auf der Höhe des Hahnenkamms hinunter über den Main zur Fachwerkstadt Seligenstadt.

Die Wanderung begann mit einem Mittagsgebet in St. Johannes, Johannesberg, und schloss mit einer Vesper in St. Marien, Seligenstadt. Besonders eindrücklich war der Weg durch die Rückersbacher Schlucht, bei der sich Assoziationen zu verschiedenen Psalmen einstellten (z.B. Ps 23 und 84). 






TAGE GELEBTER LITURGIE 2015:
Liturgie und Politik

Im Gottesdienst bringen Christen die Wirklichkeit ihrer Welt vor Gott. Gebet und Gottesdienst durchdringen und durchleuchten auch politische Fragen. Immer wieder hat diese Erfahrung Christen in Krisenzeiten getragen und ihnen Orientierung gegeben.
Die kriegerischen Konflikte in der Ukraine oder in der arabischen Welt, die Auseinandersetzungen über den Umgang mit Ressourcen der Erde oder die Frage, wie Asylsuchenden und Einwanderern in unserer Gesellschaft begegnet werden soll – diese und andere politische Probleme bergen für Christen auch eine theologische Dimension.
Im Blick auf den Gottesdienst legt sich nahe zu fragen: Wie politisch sollen und dürfen Liturgie und Gebet sein? Welche Ausdrucksformen kann politisches Gebet annehmen? Wie sind begrenzte menschliche Einsicht und Transzendenz verbunden?
Unsere Jahrestagung 2015 ist diesen Fragen in Vorträgen, Werkstätten und Gesprächen nachgegangen. Wie stets haben die Tagzeitengebete ein Klima geschaffen, in dem lebendiger Austausch und fruchtbare Diskussionen gedeihen konnten.

Wie schon 2014 war die Exkursion ein besonderes Highlight, sie führte uns diesmal ins nahe Kloster Triefenstein. Dort hatten wir Gelegenheit, die Christusträger-Bruderschaft kennenzulernen, eine evangelische Gemeinschaft, die seit 1986 im ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift ihren Sitz hat und u.a. in Afghanistan und Kongo diakonisch tätig ist. Beeindruckend war das in seiner Schlichtheit ausgesprochen dichte Vespergebet, in dem das allgemeine Fürbittgebet bedeutenden Raum einnahm, und die in viel Eigenarbeit geleistete Renovierung der alten Klostergebäude, in denen es viel Raum für Gäste gibt.

In der Mitgliederversammlung unseres Vereins "Ökumenisches Stundengebet e.V." hatten wir mit der Arbeit an den anstehenden Aufgaben gut zu tun. Unsere Gespräche u.a. über die geplante Förderung des Stundengebets in den Regionen, die bevorstehende Präsenz beim Leipziger Katholikentag 2016 sowie unser Engagement zum Reformationsjubiläum 2017 haben volle drei Stunden in Anspruch genommen - ein Zeichen, dass sich was tut.






Zum Abendlob in der Wehrkirche in Urphar – Foto: Andreas Fuhrmann

TAGE GELEBTER LITURGIE 2014:
Liturgische Identität ohne Abgrenzung?

Sosehr sich in der Liturgie der Aufbau von Gemeinde ereignet, sosehr gehen mit dem Gottesdienst seit den Anfängen des Christentums auch Abgrenzungstendenzen einher. Richteten sich solche Bestrebungen in der Alten Kirche zunächst nach außen gegen die Ungetauften, errichteten bald auch jene, die sich zum Gott Jesu Christi bekannten, Grenzen untereinander. Wie passt das zur Frohbotschaft Jesu von Nazaret, die Grenzen überschritt und sich gerade an Menschen am Rande richtete? Wie gehen wir heute mit konfessionellen Identitäten und Ordnungen um? Kann heute eine überkonfessionelle, gesamtchristliche liturgische Identität wachsen?

In den "Tagen gelebter Liturgie" vom 1.-5. Oktober 2014 haben wir uns denkend, experimentierend und feiernd hineinbegeben in diese Fragen, die für unsere Gemeinden vielerorts brennend sind.

Erstmalig unternahmen wir dieses Jahr eine Exkursion zur Wehrkirche in Urphar, ein besonderer Ort, in dem die Vesper dank der Kraft und Würde des Jahrhunderte alten Bauwerks zu einem außerordentlich dichten Erlebnis wurde.

Der feierliche Festakt zur Vereinsgründung "Ökumenisches Stundengebet e.V." bildete den Höhepunkt unserer Tagung.






TAGE GELEBTER LITURGIE 2013:
Wandlung der Wörter. Über die Sprache in Liturgie und Gebet

Erstmals hat die Initiative Ökumenisches Stundengebet ihre Jahrestagung auf Burg Rothenfels als Tage gelebter Liturgie begangen. Dieses Format war zuvor vom Liturgiewissenschaftlichen Institut der VELKD (Leipzig) lange Jahre am Dom zu Meißen durchgeführt worden. Mit der Zusammenführung beider Tagungsreihen haben zwei Netzwerke zueinander gefunden, die sich seit langem für die Feier, die Vertiefung und Förderung des Stundengebets in ökumenischer Weite einsetzen.